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Über den Ozean mit Thomas Van Woensel

Vor fünf Jahren, als ich für Kom op tegen Kanker unterwegs war, wurde ich von zwei schnellen Radfahrern überholt. Nachdem ich völlig am Limit gefahren war, konnte ich mich an ihr Tempo hängen. Nach einigen Kilometern kamen wir ins Gespräch – und so lernte ich Toon kennen. Er war sofort überrascht, als ich ihm erzählte, dass ich eigentlich gar kein Radfahrer bin, sondern aus der Welt des Ultramarathonlaufs komme. Damals steckte ich mitten in der Vorbereitung auf den Tor des Géants, ein 350 Kilometer langes Rennen durch das Aostatal. Zum Abschied schenkte mir Toon eine seiner hochwertigen Caps. Seitdem habe ich kaum noch eine andere getragen.

Vom Ultramarathon zu extremen Herausforderungen

Seit mittlerweile acht Jahren bin ich leidenschaftlicher Langstreckenläufer. Zwischendurch suche ich immer wieder neue Herausforderungen – sei es die Besteigung des Matterhorns oder des Mont Blanc oder die Teilnahme an einem Ironman. Vor einigen Jahren spürte ich jedoch, dass ich mich einer noch größeren Herausforderung stellen wollte. So groß, dass ich mich lange Zeit kaum traute, den Gedanken überhaupt auszusprechen. Über anderthalb Jahre hinweg ließ mich die Idee nicht los. Vor gut zwei Jahren fasste ich schließlich den Entschluss: Ich meldete mich für das World's Toughest Row an – ein Ruderrennen über mehr als 5.000 Kilometer über den Atlantik, komplett ohne externe Unterstützung. Und als wäre das noch nicht anspruchsvoll genug, beschloss ich, die Überquerung alleine zu bewältigen. Ich wollte herausfinden, wie weit ich körperlich und mental wirklich gehen kann.

The Vandal als Partner

Ein Projekt dieser Größenordnung lässt sich nicht allein stemmen. Auch diesmal war Toon sofort begeistert und unterstützte mich bei der Entwicklung von Merchandise-Artikeln, deren Erlös dem Leuven Kanker Instituut zugutekam. Dank der hochwertigen Kleidung und der kreativen Designs konnten wir rund 8.000 Euro an Spenden sammeln. Darüber hinaus entwarf Toon auch das Design für mein Boot. Ein schlichtes weißes Ruderboot wäre auf Fotos schließlich nicht besonders eindrucksvoll gewesen. Die Umsetzung der Folierung übernahmen anschließend die Freunde von Wrap My Bike, die fantastische Arbeit geleistet haben.

Zwei Jahre voller Entbehrungen

Die Atlantiküberquerung mit einem Ruderboot lässt sich nur schwer in Worte fassen. Allein die körperliche, mentale und logistische Vorbereitung war eine enorme Herausforderung. Insgesamt nahm die Vorbereitung mehr als zwei Jahre in Anspruch. Ich bin überzeugt, dass man für ein solches Ziel bereit sein muss, große Opfer zu bringen. Noch nie zuvor hatte ich mich so sehr von der Außenwelt abgeschottet. Gleichzeitig war da die Unsicherheit – nicht nur bei mir selbst, sondern auch bei meiner Familie. Würde das Projekt gelingen? War der Aufwand gerechtfertigt? Schritt für Schritt arbeitete ich mich durch jede Etappe der Vorbereitung und brachte mich schließlich körperlich in Bestform.

Der Start

Und dann war es endlich so weit. Am 14. Dezember fiel um 12:18 Uhr Ortszeit der Startschuss. Die erste Woche bestand aus purem Adrenalin. Wir gerieten direkt in einen Sturm, der uns zwar in die richtige Richtung trieb, gleichzeitig aber enorme Wellen mit sich brachte. Getrieben von meinem Ehrgeiz schlief ich in dieser ersten Woche oft nur zwischen eineinhalb und drei Stunden pro Nacht. Die Belastung war entsprechend hoch. Als die zweite Woche begann und ich sowohl in der Solo-Wertung als auch im Gesamtklassement gut platziert war, erlaubte ich mir endlich etwas mehr Ruhe und Schlaf.

Windstille

Darauf folgte eine rund zehn Tage lange Phase nahezu völliger Windstille. Das Meer wirkte friedlich und sicher, doch gerade dadurch wurde es schwierig, das Boot konstant in Bewegung zu halten. Auch mental war diese Zeit äußerst fordernd. Natürlich gab es Momente, in denen ich am liebsten aufgehört hätte. Aufgeben kam jedoch niemals infrage. Mein Ziel war klar: so viel wie möglich rudern, Tag für Tag. Der Plan lautete, täglich 16 Stunden auf dem Wasser zu verbringen – und genau daran hielt ich fest.

Auf den Wellen nach Antigua

Nach der windstillen Phase kehrte der Wind zurück – allerdings in einer völlig anderen Intensität. In den letzten beiden Wochen herrschten teilweise Windgeschwindigkeiten von 25 bis 30 Knoten. Dazu kamen bis zu acht Meter hohe Wellen, die mich regelrecht in Richtung Antigua surfen ließen. Zeitweise erreichte ich dabei Geschwindigkeiten von bis zu 23 km/h – allein durch die Kraft des Ozeans.

Das Ziel

Und schließlich war es geschafft. Nach 41 Tagen und 15 Minuten auf See erreichte ich Antigua. Die letzten mehr als 24 Stunden waren ein einziger Endspurt. Ich wusste bereits während der Überfahrt, dass ich den Ozean vermissen würde. Trotzdem wollte ich jeden Moment bis zum Schluss auskosten. Das Gefühl, das Ziel erreicht zu haben, lässt sich kaum beschreiben. Nur ich weiß, was in diesen 41 Tagen geschehen ist, welche Gedanken mich begleitet haben und welche Höhen und Tiefen ich erlebt habe. Wenn mehr als zwei Jahre Vorbereitung in einem einzigen Moment zusammenkommen, entsteht ein Gefühl, das man nie wieder vergisst.

The Vandal – danke, dass ihr Teil dieses Abenteuers wart. Ohne euch gäbe es weder das Design noch das Merchandise-Projekt.
Nichts als Liebe. ❤️

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